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Experimenteum.de

Der neue Begriff des Experimenteums bezeichnet eine museale Einrichtung, in der der Besucher selbst in das Geschehen eingreift und mit den Exponaten Experimente anstellen kann.

Echtes Gewölbe aus Holzklötzen im Experimenteum in Prora auf Rügen
Die Besucher bauen dieses echte Gewölbe selbst aus den grossen Holzbausteinen zusammen und können sich dann von der Tragfähigkeit überzeugen.

Der Begriff ist eine Wortschöpfung, die erstmalig wohl im Jahre 2010 in der Publizistik auftaucht. Es ist kein Eigenname, sondern ein neuer Gattungsbegriff für alle derartigen Einrichtungen.

Der Begriff ist entstanden in der Auseinandersetzung mit der überall festzustellenden "Museums-Müdigkeit" und dem Wunsch der Besucher, nicht nur rezeptiv Wissen aufzunehmen, sondern selbst gestalten zu können und eigene Erfahrungen sammeln zu können.

Der Begriff des Experimenteums geht insofern auch über das sog. Infotainment hinaus und greift aktuelle Erkenntnisse der Ausstellungspädagogik auf.

Als Oberbegriff für Experimenteen wird sonst gerne der Begriff Science-Center verwendet, der aber die spielerische Seite vernachlässigt. Science-Center sollten wirklich der Wissenschaft vorbehalten sein.

Richtiger als Synonym für das Experimenteum ist der Begriff "Scientainment-Center", denn es geht um Unterhaltung durch Wissenschaft, also Scientainment (gelegentlich auch Sciencetainment).

Ein Beispiel für spielerisch vermittelte Physik:

Bernoulli-Ball
Der Ball wird nicht etwa "weggepustet", sondern schwebt dauerhaft in berechenbarer Höhe über dem Gebläse

Ein sehr einprägsames Beispiel dafür, wie man in Scientainment-Centern bedeutende physikalische Erkenntnisse spielerisch in ihrer Anwendung im Alltag greifbar machen kann, ist der Bernoulli-Ball:
Ein Luftballon oder eine andere leichte Kugel (z.B. aus Styropor) tanzt auf dem Luftstrom eines Gebläses (z.B. Haarföhn).
Die Kugel wird nicht etwa weggeblasen, sondern bleibt in einem bestimmten (und übrigens berechenbaren) Abstand über dem Gebläse.
Man kann das Gebläse sogar kippen, so dass der leichte Ball vor dem Gebläse tanzt, ohne zu Boden zu fallen.

Es ist das physikalische Prinzip, weshalb Flugzeuge fliegen und Stürme Dächer abdecken können. Auch ein bekanntes, lästiges Phänomen des Alltagslebens hat hier seine physikalische Ursache: Duschvorhänge nähern sich geheimnisvollerweise beim Duschen dem Körper - sehr unangenehm, aber doch nicht geheimnisvoll: Auch diese Erscheinung beruht auf dem Bernoulli-Effekt.
Vereinfacht und populär formuliert bedeutet er, dass ein Unterdruck entsteht, wenn ein Medium an einem Objekt schnell vorbeiströmt.
Aber spannender und instruktiver ist es, diese physikalische Gesetzmässigkeit spielerisch zu entdecken.

Auch Tiere kennen Bernoulli:
Die Entdeckung und Beschreibung dieses Phänomens war eine wissenschaftliche Spitzenleistung. Dabei wird dieser Effekt von vielen Tieren genutzt: Wer hat noch nicht Präriehunde im Zoo gesehen? Diese kleinen und bei den meisten Zoobesuchern sehr beliebten Nager leben unterirdisch in umfangreichen Höhlensystemen.

Präriehund vorm Bau

Die Frage ist doch: Wie werden die Tiere in der Erde mit frischer Atemluft versorgt, wie werden die Bauten belüftet? Na klar - Bernoulli ist überall:
Man kann im Zoo problemlos beobachten, dass ein Teil der Höhlenausgänge der Präriehunde mit einem erhöhten Rand versehen ist. Dadurch entsteht an dem betreffenden Erdloch ein ganz leichter Unterdruck, wodurch durch einen anderen Eingang (ohne den erhöhten Rand) frische Luft nachströmen kann.

Einige bekannte Experimenteen:
Ein bekanntes Experimenteum ist das "Universum" in Bremen. Im Ruhrgebiet und in Flensburg gibt es die "Phänomenta" und in Wolfsburg die gigantische "Phäno". Weniger grosse, aber trotzdem wichtige Einrichtungen gibt es z.B. auf den Ostseeinseln Rügen und Fehmarn ("Experimenta" in Prora bei Binz)


„Erzähle mir und ich vergesse. Zeige mir und ich erinnere mich.
Lass mich tun und ich verstehe!“

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